Backofen reinigen mit Hausmitteln: natürliche Methoden für gesunde Sauberkeit
Nach dem Sonntagsbraten oder der selbst gemachten Pizza zeigt sich im Backofen häufig ein unschöner Anblick: eingebrannte Fettspritzer, dunkle Verkrustungen und hartnäckige Flecken. Der Griff zu chemischen Backofenreinigern wirkt verlockend, doch viele Menschen fühlen sich dabei unwohl. Die aggressiven Dämpfe reizen die Atemwege, die Inhaltsstoffe belasten die Umwelt, und es bleibt das ungute Gefühl, dass beim nächsten Backvorgang chemische Rückstände auf die Speisen übergehen könnten.
Dabei gibt es eine einfache Alternative: Mit bewährten Hausmitteln wie Backpulver, Natron, Essig, Zitrone oder Salz lassen sich ebenso glänzende Ergebnisse erzielen – ganz ohne Bedenken für Gesundheit und Umwelt.
Warum verschmutzt der Backofen überhaupt?
Verschmutzungen im Backofen entstehen vor allem durch Fettspritzer, überlaufende Flüssigkeiten und Essensreste. Diese brennen sich bei hohen Temperaturen in die Oberfläche ein. Jedes Mal, wenn Sie backen oder braten, lagern sich neue Rückstände ab und verbinden sich durch die Hitze dauerhaft mit der Emaille. Mit der Zeit entstehen daraus hartnäckige Verkrustungen, die sich nicht mehr einfach abwischen lassen. Genau hier kommen natürliche Hausmittel ins Spiel: Sie lösen Schmutz, Fett und Eingebranntes schonend und gründlich – ganz ohne aggressive Chemie.
Die wirksamsten Hausmittel im Überblick
Je nach Art und Stärke der Verschmutzung eignen sich unterschiedliche Hausmittel besonders gut:
- Natron/Backpulver: ideal für Fett und mittlere bis starke Verschmutzungen, sehr schonend zu allen Oberflächen
- Essig/Zitrone: löst Fettfilme und angebackene Reste, besonders wirksam bei der Dampfreinigung
- Salz: perfekt gegen frische, fettige Bodenflecken
- Soda: stärker als Natron, gut für sehr hartnäckig Eingebranntes (Handschuhe tragen!)
Mit diesen natürlichen Helfern, die sich in fast jedem Haushalt finden, bekommen Sie selbst das Entfernen hartnäckiger Verkrustungen spielend leicht gebacken – ganz ohne stundenlanges Schrubben und Scheuern.
Methode 1: Backofen mit Backpulver oder Natron reinigen
Backpulver und Natron sind wahre Alleskönner im Haushalt und besonders schonend für den Backofen. So gehen Sie vor.
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1. Paste anrühren
Vermischen Sie ein Päckchen Backpulver mit etwa drei Esslöffeln Wasser zu einer streichfähigen Paste. Alternativ können Sie Natron im Verhältnis 1:1 mit Wasser verrühren.
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2. Auftragen
Tragen Sie die Paste mit einem Schwamm oder Pinsel großzügig auf allen verschmutzten Stellen im Backofen sowie auf Blechen und Rosten auf.
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3. Einwirken lassen
Lassen Sie die Paste mindestens 30 bis 60 Minuten einwirken. Bei sehr starken Verkrustungen darf die Mischung auch über Nacht im Ofen bleiben.
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4. Auswischen
Wischen Sie den Backofen anschließend gründlich mit warmem Wasser aus. Hartnäckige Rückstände können Sie bei Bedarf ein zweites Mal behandeln.
Profi-Tipp: Geben Sie für besonders stark eingebrannte Stellen etwas Zitronensaft oder Essig in die Natron- oder Backpulverpaste – das verstärkt die Reinigungswirkung deutlich.
Methode 2: Reinigung mit Essig- oder Zitronendampf
Diese Methode nutzt die Kraft des Wasserdampfes und ist besonders effektiv gegen Fettablagerungen. Ein angenehmer Nebeneffekt: Zitrone neutralisiert unangenehme Gerüche und hinterlässt einen frischen Duft in der Küche.
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1. Mischung vorbereiten
Geben Sie etwa 150 ml Wasser zusammen mit vier Esslöffeln Essig oder Zitronensaft in eine ofenfeste Schale.
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2. Erhitzen
Stellen Sie die Schale in den Backofen und erhitzen Sie ihn für 45 bis 60 Minuten auf etwa 150 °C.
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3. Abkühlen lassen
Schalten Sie den Ofen aus und lassen Sie ihn etwas abkühlen.
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4. Abwischen
Der entstehende Dampf löst Fett und Verschmutzungen. Wischen Sie diese nun einfach mit einem feuchten Schwamm oder Tuch ab. Bei Bedarf können Sie den Vorgang wiederholen.
Wichtig: Essigdämpfe können intensiv riechen. Lüften Sie daher gut und beugen Sie sich nicht direkt über die aufsteigenden Dämpfe.
Methode 3: Backofen mit Salz reinigen
Salz ist besonders praktisch bei frischen Verschmutzungen und eignet sich hervorragend für die schnelle Zwischenreinigung nach dem Kochen oder Backen.
- Bestreuen
Feuchten Sie den Boden des Backofens leicht an und bestreuen Sie die verschmutzten, fettigen Stellen großzügig mit Salz. - Erhitzen
Heizen Sie den Backofen auf etwa 50 °C und warten Sie, bis das Salz eine bräunliche Farbe annimmt. - Abkühlen
Schalten Sie den Ofen aus und lassen Sie ihn vollständig abkühlen. - Auskehren und auswischen
Kehren Sie das Salz aus und wischen Sie mit einem feuchten Tuch nach. Frische Fettspritzer lassen sich so mühelos entfernen.
Tipp: Diese Methode eignet sich besonders gut, wenn direkt nach dem Backen von Pizza oder Auflauf etwas ausgelaufen ist.
Methode 4: Hartnäckige Fälle mit Soda
Waschsoda wirkt stärker als Natron gegen Schmutz und ist ideal bei sehr hartnäckigen Verkrustungen.
- Lösung herstellen
Lösen Sie einen Esslöffel Waschsoda in etwa einem Liter warmem Wasser auf. Für stark eingebrannte Stellen können Sie auch eine Paste aus gleichen Teilen Soda und Wasser anrühren. - Verteilen
Verteilen Sie die Lösung mit einem Tuch oder einer Sprühflasche im Backofen. Tragen Sie die Paste gezielt auf die betroffenen Stellen auf. - Einwirken lassen
Lassen Sie die Lösung 15 bis 30 Minuten, die Paste 30 bis 60 Minuten einwirken. - Auswischen
Wischen Sie den Ofen gründlich aus. Wiederholen Sie den Vorgang bei Bedarf, bis alle Verkrustungen gelöst sind.
Sicherheitshinweis: Soda kann die Haut austrocknen und reizen. Tragen Sie daher unbedingt Handschuhe und schützen Sie Ihre Augen.
Weitere hilfreiche Putz-Hacks
Auch Rasierschaum kann beim Reinigen des Backofens helfen.
- Sprühen Sie die eingebrannten Flecken mit Rasierschaum ein.
- Lassen Sie den Schaum mehrere Minuten einwirken.
- Wischen Sie den Backofen anschließend gründlich aus.
Schmutzradierer
Mit einem Schmutzradierer, auch „Zauberschwamm“ genannt, lassen sich hartnäckige Fettspritzer fast mühelos entfernen. Feuchten Sie den Schwamm leicht an und reiben Sie damit über die verkrusteten Stellen. Die offenporige Struktur wirkt wie feines Schleifpapier: Dabei verbinden sich die Schmutzpartikel mit den Melaminpartikeln des Harzschaums und werden als feiner Staub oder Abrieb von der Oberfläche gelöst.
Gut zu wissen: Gerade beim Nacharbeiten hartnäckiger Flecken und Krusten kann ein Schmutzradierer wahre Wunder wirken – simsalabim!
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Her mit den Ofengerichten: die Backofentür richtig reinigen
Die Glastür des Backofens verdient besondere Aufmerksamkeit, da sie häufig besonders stark verschmutzt ist – und zudem viel eher ins Blickfeld gerät als das Innere des Ofens.
Glas innen und außen
Leichte Verschmutzung: Verwenden Sie warmes Wasser mit etwas Spülmittel. Reinigen Sie die Glasflächen mit einem weichen Schwamm und reiben Sie sie anschließend mit einem Mikrofasertuch trocken.
Stärkere Flecken: Tragen Sie eine Paste aus Natron oder Backpulver und Wasser auf. Lassen Sie diese 20 bis 30 Minuten einwirken, wischen Sie die Scheiben feucht ab und polieren Sie sie trocken.
Verwenden Sie niemals scharfe Klingen oder kratzende Pads. Der Schmutzradierer darf auf der Glastür jedoch gerne zum Einsatz kommen.
Schmutz zwischen den Scheibe
Viele moderne Backofentüren besitzen mehrere Glasscheiben, die sich zum Reinigen ausbauen lassen.
- Lassen Sie die Tür vollständig abkühlen.
- Entriegeln Sie die Scharniere.
- Lösen Sie die obere Leiste oder Blende gemäß der Bedienungsanleitung.
- Entnehmen Sie die Scheiben nacheinander und legen Sie sie flach auf ein Tuch.
- Reinigen Sie die Scheiben und lassen Sie sie vollständig trocknen.
- Setzen Sie anschließend alles in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammen.
Wichtig: Schauen Sie unbedingt in die Bedienungsanleitung Ihres Geräts. Ein falscher Ausbau kann Scharniere oder Glas beschädigen. Machen Sie am besten Fotos während des Ausbaus – das erleichtert den späteren Zusammenbau.
Dichtungen und Rahmen
Reinigen Sie Gummidichtungen nur mit warmem Wasser und etwas Spülmittel oder Neutralseife. Saugen Sie zuvor Krümel und lose Rückstände ab und vermeiden Sie starkes Ziehen an den Dichtungen. Verwenden Sie keine aggressiven oder lösemittelhaltigen Reiniger, da diese Gummi und Lack angreifen können.
Allgemeine Profi-Tipps für die Backofenreinigung
Roste und Backbleche separat behandeln: Weichen Sie Roste und Bleche in einer Schale mit Essigwasser ein oder behandeln Sie sie mit einer Paste aus Natron oder Backpulver, bevor Sie sie abbürsten. Der regelmäßige Einsatz von Backpapier kann Ihnen im Voraus so manche Schrubberei ersparen.
Gründlich nachwischen: Entfernen Sie alle Pulver- oder Säurereste vollständig aus dem Ofen, damit beim nächsten Backen keine Gerüche oder Flecken entstehen.
Regelmäßig reinigen: Säubern Sie Ihren Backofen lieber häufiger mit milden Mitteln (alle vier bis sechs Wochen) als selten mit sehr aggressiven. Das schont sowohl die Emaille als auch die Dichtungen.
Was Sie vermeiden sollten
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Stahlwolle oder Metallschaber:
verkratzen Glas und Emaille dauerhaft.
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Stark ätzende Reiniger an Dichtungen:
können Gummidichtungen beschädigen und Oberflächen matt machen.
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Raue Schwämme auf Glas:
hinterlassen Kratzer, die sich nicht mehr entfernen lassen.
Warum sich die regelmäßige Backofenpflege lohnt
Fazit: Sauber, sicher und umweltfreundlich
Mit den richtigen Hausmitteln wird die Backofenreinigung zum Kinderspiel – ganz ohne aggressive Chemikalien, die Gesundheit und Umwelt belasten. Ob Backpulver, Natron, Essig, Zitrone oder Salz: Diese natürlichen Helfer lösen Fett und Eingebranntes zuverlässig und schonend.
Probieren Sie die verschiedenen Methoden aus und finden Sie heraus, welche am besten zu Ihrem Backofen und Ihren Bedürfnissen passt. Wenn Sie die Einwirkzeiten richtig wählen, sparen Sie sich mühsames Schrubben – und können ganz beruhigt Ihre nächsten Köstlichkeiten in den sauberen Ofen schieben. Ob süß oder pikant, Braten oder Gratin, opulent oder kalorienarm: Im Backofen gelingt einfach alles.
FAQ: häufige Fragen zur Backofenreinigung mit Hausmitteln
Ja, sie eignen sich grundsätzlich für alle gängigen Backöfen (Ober-/Unterhitze, Umluft, Gas). Bei Geräten mit Pyrolyse- oder Dampfreinigungsfunktion sollten Sie jedoch auf zusätzliche Reinigungsmittel verzichten und stets die Angaben des Herstellers beachten.
Im Garraum eines Pyrolyse-Backofens sollten keine Hausmittel eingesetzt werden, da Rückstände die Selbstreinigungsfunktion beeinträchtigen können. Die Backofentür sowie Bleche und Roste lassen sich jedoch problemlos mit Natron, Essig oder Backpulver reinigen.
Ein Leerheizen ist nicht zwingend erforderlich. Es genügt, den Ofen gründlich mit klarem Wasser auszuwischen. Wer ganz sicher gehen möchte, kann den Backofen 10 bis 15 Minuten bei 100 °C leer laufen lassen.
Nein, sofern Sie den Backofen nach der Reinigung gründlich auswischen. Alle genannten Hausmittel sind lebensmitteltauglich bzw. biologisch abbaubar.
Für leichte Verschmutzungen sind die Salz- oder Essigdampfmethode am schnellsten. Bei stärkeren Verkrustungen benötigt die Natron- oder Soda-Paste zwar mehr Einwirkzeit, dafür entfällt jedoch das mühsame Schrubben.
Bei jahrelang vernachlässigten Backöfen empfiehlt sich eine Kombination: Zuerst mit Essigdampf anlösen, anschließend die Natron- oder Soda-Paste mit längerer Einwirkzeit auftragen – bei Bedarf auch über Nacht.
Ja, insbesondere Natron- oder Backpulverpasten eignen sich hervorragend für eine Einwirkzeit über Nacht. Der Backofen sollte dabei ausgeschaltet und vollständig abgekühlt sein.
Heizstäbe sollten nur im vollständig abgekühlten Zustand mit einem leicht feuchten Tuch abgewischt werden. Verwenden Sie keine Pasten oder Flüssigkeiten direkt auf Lüfter oder Ventilator – hier genügt ein sanftes Abwischen oder vorsichtiges Absaugen.
Eine milde Reinigung alle vier bis sechs Wochen verhindert starke Verkrustungen. Frische Verschmutzungen sollten möglichst sofort entfernt werden, bevor sie einbrennen.
Bei regelmäßiger Anwendung sind Hausmittel absolut ausreichend. Chemische Reiniger wirken zwar schneller bei extremen Verschmutzungen, bringen jedoch gesundheitliche und ökologische Nachteile mit sich.
Für Haushalte mit Kindern, Haustieren, Allergikerinnen und Allergiker oder während der Schwangerschaft sind Hausmittel die deutlich sicherere und schonendere Wahl.